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Verbreitung des UKV im SAP-Umfeld

Das Umsatzkostenverfahren (UKV) ist vor allem unter Industrieunternehmen sowie bei international tätigen Unternehmen mittlerweile der Standard. Der wesentliche Gegensatz zum Gesamtkostenverfahren besteht darin, dass die periodisch angefallenen Kosten nach sog. Funktionen dargestellt werden, wie etwa Kosten des Umsatzes, Vertriebskosten, F&E-Kosten und Allgemeine Verwaltungskosten. Unter den Kosten des Umsatzes werden dabei nur diejenigen Kosten dargestellt, die tatsächlich zur Realisierung des Umsatzes der Periode angefallen sind. Üblicherweise erstellen die oben skizzierten Unternehmen außerdem auch eine Segmentberichterstattung, wo sie das Ergebnis der einzelnen Teilunternehmen ebenfalls ausweisen.

ukv-Umfrage

Das UKV lässt sich in SAP auf unterschiedlichen Wegen abbilden; wie aus der Umfrage vom Juli (s.o.) hervorgeht, scheinen auch alle davon verbreitet zu sein.

Im Neuen Hauptbuch erreicht man eine Darstellung nach Funktionen über die Entität „Funktionsbereich“, die man als Auswertungsmerkmal in die FI-Summentabelle FAGLFLEXT aufnehmen kann. Jeder Beleg, der einem Funktionsbereich zugeordnet wurde, kanns somit im Reporting ausgewiesen werden. Die Zuordnung des Funktionsbereichs erfolgt über eine Verknüpfung mit Sachkonten bzw. Kostenarten, mit Controlling-Objekten (Kostenstelle, Innenauftrag, Projekt etc.) oder über eine Substitution.
Für die Segmentberichterstattung steht das Profit-Center zur Verfügung, anhand dessen das Unternehmen in ergebnisverantwortliche Unterbereiche eingeteilt werden kann.

Kunden, die das Neue Hauptbuch nicht einsetzen, haben die Wahl zwischen dem UKV-Ledger und der klassischen Profit-Center-Rechnung (EC-PCA). In beiden Fällen benötigen Sie ein eigenes Ledger, in dem Sie die Zuordnung zu Funktionsbereichen fortschreiben können. Die Zuordnung der Funktionsbereiche selber funktioniert analog wie oben zum Neuen Hauptbuch beschrieben. Mit dem EC-PCA können Sie ebenfalls die Segmentberichterstattung abbilden; das UKV-Ledger hingegen ist lediglich eine Ergänzung zum klassischen Hauptbuch, welches eine Aufteilung nach Segmenten lediglich über die veraltete Funktionalität der Geschäftsbereiche erlaubt.

Eine weitere Möglichkeit zur Darstellung des UKV ist schließlich die kalkulatorische Ergebnisrechnung (CO-PA). Hier bilden Sie die Funktionsbereiche als Wertfelder ab und müssen sicherstellen, dass Sie die komplette GuV in das CO-PA verrechnen (also Abrechnung aller Aufträge und Projekte sowie Umlage der Kostenstellen).

Und schließlich ist es auch denkbar, das UKV über Konten abzubilden. Hier muss dann der Kontenplan derart erweitert werden, dass Sie jede denkbare Kombination aus Konto und Funktion abbilden. Ein Konto „Materialverbrauch“ kann z.B. in den Kosten des Umsatzes, in den F&E-Kosten und möglicherweise auch in den Vertriebskosten auftauchen, es wären also drei Konten für den Materialverbrauch notwendig.